Hannah Neumann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

AH-314
hannah.neumann@uni-siegen.de
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  • Theater in Kriegs- und Krisengebieten
  • Theater & Digitalisierung
  • Theater im persischen Raum
  • Kulturpolitik
Das Forschungsprojekt ist an den Schnittstellen von Theaterwissenschaft, Medienwissenschaft und den Mobility Studies angesiedelt und versucht, diese Forschungsfelder sowohl in inhaltlicher als auch methodischer Hinsicht wechselseitig zu perspektivieren.

Die Dissertation geht von der Arbeitshypothese aus, dass sich Theater in verschiedenen afghanischen Regionen, bei Grenzübertritten, beim Entstehen und Aufführen in den unterschiedlichsten Ländern stets jeweils lokal und in situ unterschiedlich konstituiert. Den Ursprung und den Umgang mit diesen Heterodoxien zu analysieren und das vorherrschende Konzept von Inter- bzw. Transkulturalität mit Rückgriff auf die Mobility Studies zu spezifizieren, ist der erste Teil des Forschungsvorhabens.

Das Mobilitätskonzept, welches derzeit die Theaterwissenschaft dominiert, sieht im Theater und seinen Akteuren und Aufführungen vornehmlich einen Prozess des wechselseitigen Austauschs von Kultur, Ideen, Traditionen und anderen immateriellen Gütern. Mit dem Fallbeispiel des afghanischen Theaters soll diese Hypothese kritisch überprüft werden. Dazu wird im zweiten Schritt ein differenziertes analytisches Konzept von „Theatermobilität“ entwickelt, das zugleich medienwissenschaftliche Erkenntnisinteressen inkludiert.

Hierzu widmet sich die Dissertation der Frage, inwiefern auch digitale Medien mit ihrem Anspruch der Ubiquität und Grenzenlosigkeit Teil von afghanischen Theaterinszenierungen sind oder diese reflexiv mitgestalten beziehungsweise mitgestalten können. Auch die Frage, ob und inwiefern andere Medien des Wissens (wie Schauspielunterricht, Proben, Kritiker und Kritiken etc.) im Zuge der Mobilität eine Veränderung erfahren, soll Teil der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sein.

Mit Hilfe von qualitativen Interviews, ethnographischen Forschungsmethoden sowie unter Einbeziehung von analytischen Kategorien aus den Mobility Studies will die Arbeit einerseits einen Beitrag zur Methodenentwicklung in den Medien- und Theaterwissenschaften leisten. Andererseits zielt die Arbeit darauf, unter Berücksichtigung von Forschungsdesideraten der Mobility Studies und der Medienwissenschaft die gängigen Vorstellungen von Kulturaustausch kritisch zu reflektieren, zu ergänzen und zu erweitern