Andreas Wagenknecht

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

AH-314
henze@locatingmedia.uni-siegen.de
+ 49 (0) 271 740 3864

  • Soziologische Theorie und Methoden
  • Sozialisations- und Praxistheorie
  • Soziologische Phänomenologie und Postphänomenologie
  • Soziologie der Behinderung und Krankheit
Mittel und Mittler. Ethnographische Studien zur Bedeutung von medialen wie technischen Hilfsmitteln für Alltagspraktiken von Menschen mit körperlichen Behinderungen (Arbeitstitel)

In meinem Promotionsprojekt beschäftige ich mich mit der Rolle von Medien und Technik für den Alltag und das Leben mit einer körperlichen Behinderung. Die Nutzung von Medien und Technik findet in den eigenen vier Wänden, der Freizeit, der (Schul-)Ausbildung, am Arbeitsplatz, im öffentlichem Raum und der digitalen Welt statt und strukturiert alltägliche Praktiken. Meine Forschung sucht unterschiedliche Orte und Lokalitäten auf, um ethnographisch zu rekonstruieren, wie der Gebrauch von Technik und Medien das Leben mit einer körperlichen Behinderung prägt, welche Probleme dabei entstehen und welche Lösungen für ein selbstbestimmtes Handeln sich bewähren. Das Erkenntnisinteresse des Projekts besteht in der vergleichenden Rekonstruktion sozialer Praktiken und der in diesen stattfindenden Versammlung von Medien und Technik und Teilnahme „behinderter Körper und Subjekte“.

Empirisch untersucht wird die wechselseitige Konstitution von Medien-Technik und der alltäglichen Lebenspraxis mit einer Behinderung als in sozialen Praktiken eingebettete und hervorgebrachte Phänomene. Grundlegend steht dafür das Zusammenspiel von soziotechnischen Artefakten und Körpern in verschiedenen Settings und Kontexten im Fokus, um folgende Fragen zu beantworten: Wie wirken Medien und Technik an der praktischen Konstitution der Lebenspraxis mit einer Behinderungen mit? Welche Medien entstehen und werden relevant innerhalb sozialer Konstellationen, in denen Akteure mit Behinderungen involviert sind? In welcher Art und Weise wirken Medien und Technik an der kollektiven Bewältigung von für Menschen mit Behinderungen alltäglichen sozialen Situationen mit? Welche Kompetenzen und Handlungsfähigkeiten werden dafür benötigt und in Kollektiven ausgebildet?

Die orts- und situationsbezogene Medien- und Technikforschung wird im Projekt verknüpft mit einer praxistheoretischen Perspektive auf das „doing disability“. Die Forschung sucht dafür unterschiedliche Orte und Lokalitäten auf, um soziale Praktiken vergleichend zu rekonstruieren. Das Projekt verortet sich zwischen Medienwissenschaften und Sozialwissenschaften. Zu diesem Vorhaben werden drei sozialtheoretische Ansätze integriert, um ein begrifflich-heuristisches Werkzeug für die interpretativ-rekonstruktive Materialanalyse zur Hand zu haben. Die drei theoretischen Perspektiven sind 1.) Soziologische Praxistheorien (insb. die Ethnomethodologie); 2.) die Akteur-Medien-Theorie und 3.) Sozialisationstheorien (ins. die Sozialphänomenologie).

Methodisch geht das Projekt ethnographisch vor. Neben der teilnehmenden Beobachtung verschiedener Kontexte, Praktiken, Situationen und Orte in denen Medien, Technik und Behinderung eine Rolle spielen, werden biographisch-narrative, fokussierte und interaktive Interviews geführt, die sich konkret auf bestimmte mediale und technische Objekte und deren biografische Bedeutung beziehen. Diese werden für die (medien-)sozialisationstheoretische Dimension des Projektes genutzt. Die Auswertung des Material erfolgt mit Techniken der interpretativen Sozialforschung (Narrationsanalyse, Sequenzanalyse) und orientiert sich grundlegend für das gesamte Projekt am Vorgehen der Grounded Theory.

  • 2009-20012: Studium der Sozialwissenschaften und Philosophie mit dem Kernfach Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Titel der Bachelorarbeit: „Die Regie der Identitäten. Zur soziologischen Konstruktion individueller Identität“
  • 2013-2015: Studium der Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt/M.. Titel der Masterarbeit: „Grenzerfahrungen im Gemeinsamen. Eine sozialisationstheoretische Fallstudie zur Bewältigung von körperlichen Behinderungen innerhalb der Lebenspraxis Zweierbeziehung“
  • 2014-2015: Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Qualitative Methoden von Frau Prof. Dr. Claudia Peter
  • seit November 2015: Doktorand an der Graduiertenschule „Locating Media/Situierte Medien“ der Universität Siegen
(i. Vorb.) „Geil mit dem Talker sprechen – Aspekte der ethnographischen Forschung mit technisch generierter Sprache“, in: Hitzler et al (Hrsg.): ‚Herumschnüffeln – aufspüren -einfühlen. Ethnographie als
‚hemdsärmelige‘ und reflexive Praxis‘, Essen: Oldib.

(i. Vorb.) „Wie über das eigene Leben mit UK erzählen? Biographisches Erzählen und komplexe Kommunikationshilfen“, in: Tagungsband des Kongress der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation

(als Mitglied der AG Postwachstumsgesellschaft, mit Birgit Blättel-Mink, Alexandra Rau, Sarah Schmitz) „Arbeit in der Postwachstumsgesellschaft“, in: Diefenbacher, Hans/ Held, Benjamin, Rodenhäuser, Dorothee (2017): Ende des Wachstums – Arbeit ohne Ende? Arbeiten in einer Postwachstumsgesellschaft. Marburg: Metropolis-Verlag, S. 185-222.
(Fallstudie zusammen mit Mareike Beckmann und Helen Greinert, S. 197-203)

„Tastatur und Talker, Hand und Stimme. Zum Verhältnis von Körper- und Gerätetechnik am Beispiel von Hilfsmitteln für Menschen mit spastischen Lähmungen“, in: Dang-Anh, M./Pfeifer, S./Reisner, C./Villioth, L. (Hg.): Medienpraktiken: Situieren, erforschen, reflektieren.
Navigationen: Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften, Jg. 17 Heft 1, S. 135-154, 2017.

  • „Handgebrauch. Zur Bedeutung von Körperwissen in technisierten Alltagspraktiken von Menschen mit körperlichen Behinderungen“, Juli 2017, „Wissen Macht Technik“, Frühjahrstagung 2017 der Sektion Wissenschafts- und Technikforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, TU Darmstadt (13.07.2017-15.07.2017)
  • „Sprechen mit dem Talker. Aspekte der ethnographischen Forschung mit technisch generierter Sprache.“, Juni 2017, 6. Fuldaer Feldarbeitstage „Herumschnüffeln – aufspüren – einfühlen. Ethnographie als ‘hemdsärmelige’ und reflexive Praxis“ in Fulda (23./24. Juni 2017)
  • „Symmetry-in-practice. On interacting with technological generated voices.“, Juni 2017, SPT2017: Grammar of Things, 20th conference of the Society for Philosophy and Technology in Darmstadt (14.-17.07.2017)
  • „Rapporte des Körpers. Zur Rekonstruktion von Forschungssituationen“, Dezember 2016, Ringvorlesung des Graduiertenkollegs Locating Media: „Place is the Space is the Place“, Universität Siegen
    (13.12.2016)
  • „Interviewunterstützung – Narrative Sozialforschung und
    „Unterstützte Kommunikation“, November 2016, 59. Arbeitskreis Angewandte Gesprächsforschung, Pädagogischen Hochschule Freiburg, (25. und 26. November 2016)
  • „Accounts & Asymmetrien – Medien und die Bewältigung des Alltags der Anderen“, September 2016, Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaften, FU Berlin, (28.09.-01.10.2016)
  • „Mittel und Mittler der Teilhabe. Teilhaben als medial und technisch vermittelte sozialisatorische Praxis.“, September 2016, Sommerakademie „Situationen der Teilhabe“, Universität Konstanz, (12.-
    16.09.2016)
  • „Behinderung // Grenze – Die praktische Konstruktion des Städtischen aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen“, November 2015, 14. Treffen des Nachwuchsnetzwerks Stadt – Raum – Architektur: „Körper-Erfahrungen (in) der Stadt – Zugänge, Übergänge, Barrieren.“ Hamburg (zus. mit Katherin Wagenknecht)
  • Tutor im Forschungspraktikum „In Behandlung sein – Eine Soziologie der Therapie“ (SoSe 15) am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt/M.
  • Tutor im Forschungspraktikum „Sozialisation unter besonderen Bedingungen“ (WiSe 14/15) am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt/M.
  • Tutor im Seminar „Einführung in die Sozialisationsforschung“ (SoSe 14) am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt/M
März 2015: Mitarbeit bei der Tagung des DFG-Netzwerkes „Qualitative Gesundheitsforschung“ (NQG) am 20./21. März 2015 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Juli 2014: Mitarbeit bei der Tagung „Bewährung und Autonomie – Zentrale Begriffe der rekonstruktiven Bildungs- und Subjektforschung“ am 11./12. Juli 2014 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main